Anfechtung im Insolvenzverfahren

Anfechtung bedeutet, dass der Masse- oder Insolvenzverwalter Rechtshandlungen, die vor der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorgenommen worden sind, anfechten kann. Das Ziel hinter der Anfechtung ist, dass der Masse im Insolvenzverfahren wieder Vermögenswerte nebst entgangener Zinsen zugeführt werden, die aufgrund einer Rechtshandlung nicht mehr der Befriedigung der Gläubiger zur Verfügung stehen.

Laut einer Umfrage des deutschen Bundesverbands für Credit Management waren im Jahr 2014 52% der Befragten zwischen ein- bis fünfmal seit Jahresbeginn von einer Anfechtung betroffen. Nur 18% gaben an, nicht von einer Anfechtung betroffen gewesen zu sein. Bei 32% der Befragten betrug die angefochtene Summe mehr als EUR 100.000,--.

Viele Rechtsordnungen weltweit kennen die Möglichkeit der Anfechtung. Im österreichischen Recht sind diese die Anfechtung wegen

  • objektiver Begünstigung
  • Kenntnis der Begünstigungsabsicht
  • Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit
  • Benachteiligungsabsicht
  • Vermögensverschleuderung
  • unentgeltlicher Verfügungen

Der lange Arm des Masseverwalters – 10 Jahre

Einige dieser Anfechtungsmöglichkeiten sehen eine Frist von bis zu 10 Jahren vor. Allen voran die Anfechtung wegen Benachteiligungsabsicht, die besonders in deutschen Insolvenzverfahren praktiziert wird, dem Abnehmer in Deutschland unterliegen. Durchschnittlich werden bei einer Anfechtung Rechtshandlungen der letzten 4 Jahre vor Insolvenz angefochten.

 

Insolvenzanfechtung in 120 Sekunden

In diesem kurzen Video fassen wir zusammen was eine Insolvenzanfechtung konkret bedeutet, geben eine Antwort auf die Frage, ob Kreditversicherung hier Schutz bietet und warum eine Risikovorsorge mit dem sperrigen Namen „Insolvenzanfechtungsversicherung“ Sinn macht.

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